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Die Pappel ist Baum des Jahrs 2018

Die Pappel ist Baum des Jahrs 2018
 
Der Tag des Waldes findet jedes Jahr am 21. März statt. An diesem Tag stehen Wald und Bäume im Mittelpunkt und es wird jährlich der österreichische Baum des Jahres vorgestellt. 
 
2018 erhält die Pappel die Auszeichnung Baum des Jahres. Im Burgenland sind 2,6 Prozent des Baumbestandes Pappeln. Wobei die Pappeln eher in Tieflagen, in der Nähe von Gewässern oder in Überschwemmungsgebieten zu finden sind.

 
 
Die Pappeln
 
Die Pappeln, wie die Aspe oder Zitterpappel, Schwarzpappel, Weiß- oder Silberpappel, sind von allen heimischen Baumarten die schnellwüchsigsten. Die zahlreichen Zuchtformen der Pappel haben bereits im Alter von 30 bis 50 Jahren nutzholztaugliche Dimensionen. Das Höchstalter bei der Aspe liegt bei 100 Jahren, Schwarz- und Weißpappel können jedoch bis 400 Jahre alt werden.
 
Die Pappel ist Spezialistin für feuchte Standorte und trotzt Überschwemmungen unbeschadet. Sie zählt zur Familie der Weidengewächse. Pappelblätter sind relativ hart und haben lange Stiele. Daher lässt der Wind die Bäume rauschen und die Blätter tanzen. Besonders die Aspenblätter zittern bei jedem Hauch – daher auch der Beiname „Zitterpappel“. Eigenartiges entdeckt man übrigens auch bei der Blattform: die Sommerblätter vieler Arten sehen anders aus als der Frühlingstrieb.
 
Sehr breite Jahresringe sind für die Pappel typisch, meist werden sie durch ein dunkleres Band klar begrenzt. Bei allen Pappelholzarten ist die Zeichnung grundsätzlich sehr fein. Die Farbe liegt bei allen Pappelarten in der Regel im Bereich zwischen weißlich-grau bis bräunlich. Pappelholz ist recht grobfaserig, dabei auch sehr abnutzungsfest. Das Holz ist aber dennoch sehr weich und schwindet nur mäßig.
 
Die Pappel wird auch gerne als das „grüne“ Aspirin bezeichnet, denn sie enthält Salicin, den Vorläufer des Aspirins. Salicin und ähnliche Verbindungen werden von der Pappel eigentlich als Fraßschutz gegen Insekten produziert – im Menschen wirken sie antientzündlich. Das wussten schon die meisten Naturvölker, wie die alten Griechen. Präparate aus der Pappel gelten traditionell und auf Grund der Inhaltsstoffe als entzündungshemmend, schmerzstillend, antibakteriell und wundheilfördernd. Aber auch die Bienen verwenden den Schutzüberzug von Pappelknospen und stellen ihr antibiotisch wirksames Kittharz (Propolis) daraus her.
 
Pappel aus forstlicher Sicht
 
Die Schwarz-, Silber- und Zitterpappel sind die drei heimischen Pappelarten aus der Familie der Weidengewächse. Darüber hinaus gibt es Hybridpappeln, bei denen es sich um Kreuzungen handelt. Die Graupappel etwa ist eine Hybride zwischen Silber- und Zitterpappel, die Kanadapappel ist ein Kreuzungsprodukt aus Schwarzpappel mit der Kanadischen Schwarzpappel. Forstlich wird vor allem die Schwarz- bzw. die Hybridpappel auf Auwaldstandorten angebaut, um Blochholz zu produzieren. Bei Kurzumtriebsflächen zur Energieholzgewinnung hingegen soll in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Biomasse wachsen. Die Umtriebszeit als die Zeitspanne zwischen Pflanzung und Ernte beträgt dabei häufig nur drei bis vier Jahre.


Foto: Pixabay/Braxmeier
 
Verwendung
 
Ein typischer Einsatzbereich für Pappelholz ist die Herstellung von Zündhölzern, Zahnstochern und Verpackungen (Obstkisten, Spankörbe, Paletten, usw.) sowie im technischen Bereich bei der Prothesenherstellung und dem Flugzeugbau. Ein Teil des Pappelholzes gelangt in die Sperrholzproduktion, das meiste dient als Industrieholz der Zellstofferzeugung und der Spanplattenindustrie. Große Bedeutung erfährt es weiter bei der Fertigung von Spanplatten und Furnier, Holzwolle oder Papier. Als schnell wachsendes Pioniergehölz ist es gerade als nachwachsender CO2 -neutraler Rohstoff interessant.
 
Wasseraufbereitung
 
Um zu überleben ist sauberes Trinkwasser die wichtigste Ressource. Eine Möglichkeit ist die Entsalzung von Meerwasser. US-Forscher haben ein Verfahren entwickelt bei dem Salzwasser durch eine Scheibe Pappelholz verdampft wird und so in Süßwasser umgewandelt wird.
 
Spiel- und Sportgeräte
 
Im Profi-Tischtennis wird für unterschiedliche Spielweisen (offensiv, defensiv) verschiedenes Holz verwendet. Pappelholz wird vor allem bei Defensivschlägern eingesetzt. In Kombination mit Hartholz wird es auch für Allroundschläger verwendet.
 
Schi fahren
 
Vor nicht allzu langer Zeit war Holz der wichtigste Baustoff für jeden Schi. Seit Mitte der 1960er Jahre der Kunststoff und Metallschi entwickelt wurde, beschränkt sich der Einsatz von Holz auf den Kern der Schi. Interessant ist, dass der Kern, trotz vieler Entwicklungen, vor allem bei Schiern und Boards der gehobenen Preisklasse zum Einsatz kommt. Mehr als 60% der weltweit verkauften Schier stammen aus österreichischer Produktion. Obwohl der Gesamtholzbedarf der Schiindustrie einen Bruchteil desjenigen aus anderen Sparten der Holzbranche darstellt, trägt der Werkstoff Holz wesentlich dazu bei, dass die Namen unserer Schifirmen durch die Erfolge der Rennläufer in aller Welt bekannt sind.
 
Holzschuhe
 
Vor allem aus den Niederlanden sind sie bekannt – die Holzschuhe. Doch nicht nur die berühmten „Holländerschuhe“ werden aus Pappelholz hergestellt, sondern auch in Österreich gibt es Hersteller für Holzschuhe. In Kombination mit Leder werden Clogs hierzulande vor allem in der warmen Jahreszeit getragen.