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21. 03. 2021 – 30. 09. 2021

"Die Linde" Baum des Jahres 2021

Die Linde (Winter- und Sommerlinde)
Tilia cordata, Tilia platyphyllos


Zentrum der Gemeinschaft

Die in Mitteleuropa heimischen Winter- und Sommerlinden spielen seit Jahrtausenden eine zentrale Rolle im menschlichen Zusammenleben. Ob als verbindende Tanz- oder Dorflinde, schützende Hoflinde oder faire Gerichtslinde standen sie im Zentrum fast jeder Dorfgemeinschaft. Viele Ortsnamen leiten sich von der Linde ab. In ihrem Schatten wurden Feste gefeiert, Versammlungen abgehalten und öffentlich Recht gesprochen. So mancher Baum trug sogar einen Tanzboden in seinen gezogenen Ästen. In Kunst und Literatur ist die Linde in Form zahlreicher Lieder und Gedichte stark vertreten und das altbekannte Gasthaus „Zur Linde“ lädt noch heute vielerorts zur Geselligkeit ein.

Linderung & Nahrung

Genauso wichtig wie der Baum im Dorf, sind die Blütenstände der Winter- und Sommerlinde in der Naturheilkunde. Bei Erkältungen hilft ein Tee aus getrockneten Lindenblüten Husten und Fieber schneller zu überwinden. Auch leichte Stress- und Unruhe- zustände soll das unverkennbar duftende Heilmittel lindern. Von dem süßlich weichen Duft werden auch Bienen angelockt, die aus dem Nektar der äußerst zahlreichen Blüten, den köstlichen Lindenblütenhonig herstellen. Da Linden erst spät (Juni und Juli) blühen, wenn andere Blüten rar werden, sind sie auch ökologisch eine wichtige Nahrungsquelle für viele weitere Insekten.

Das heilige Holz

Das Holz der bis zu 30m hohen und 1.000 Jahre alten Linden ist hell, mittelhart und besonders gleichmäßig. Aus diesem Grund ist es nach wie vor das wichtigste Holz für Schnitz- und Bildhauerarbeiten. Auch die meisten sakralen Kunstwerke wurden aus Lindenholz gefertigt. Im Mittelalter wurde es daher „lignum sacrum“ (heiliges Holz) genannt.

Quellen: proHolz Austria (proholz.at), Kuratorium Wald (www.himmel.at)
 

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